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    Wappen mit Engeln Ungarn

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    ::: Informationen über Ungarn ·.°.·°.·


    ::: Kleine Geschichtsstunde ·.°.·°.·

    Throninsignien der Könige Ungarns Das Volk der Ungarn erscheint um 896 als letztes Volk auf der europäischen Bühne, wenn Sie die Türken am äußersten südöstlichsten Zipfel Europas nicht mitzählen. Der Ursprung des ungarischen Volkes liegt in Siedlungsgebieten beiderseits des Urals. Nach einer Jahrhunderte währenden Wanderung ließen sie sich in der pannonischen Tiefebene nieder, die vorher nacheinander von Kelten, Römern und Slawen besiedelt wurde.

    Nach der Christianisierung und Ernennung zum Königtum um das Jahr 1000 (Stephan I.) bildete Ungarn lange eine wohlhabende regionale Großmacht am äußersten östlichen Rand der katholischen Welt zur Orthodoxie, die mit der Slowakei, Kroatien und Siebenbürgen auch Gebiete umfasste, die heute nicht mehr zu Ungarn gehören. Den Árpáden folgten als Herrscher die Häuser Anjou, Polen, Luxemburg und Habsburg.

    Gefährlich wurde für Ungarn der Vormarsch der Türken auf dem Balkan, weil Nachbarstaaten im Westen wie Österreich selbst ihr Interessen an ungarischem Gebiet anmeldeten und sich Ungarn durch soziale Unruhen selbst schwächte. Die Folge war eine schwere ungarische Niederlage bei Mohacs 1526, in der der letzte ungarische König Lajos II. fiel und das ungarische Kerngebiet an die Türken fiel.

    Ein schmaler Streifen im Nordwesten fiel durch Erbfolge an Österreich, das in den Jahren 1686 bis 1688 zwar Ungarn von den Türken befreite, aber Ungarn nicht die lang erhoffte staatliche Unabhängigkeit gewährten. Die türkische Herrschaft, die sich nach ungarischen Quellen wie "Mehltau über das geistige Leben in Ungarn legte", war zwar vorbei, Ungarn sank aber nach einigen erfolglosen Aufständen wie dem von Ferenc Rakoczi 1703 bis 1711 zu einer fast bedeutungslosen habsburgischen Provinz herab. Unter Marie Theresia wurden deutsche Siedler (die Sog. 'Donauschwaben') ins Land geholt, um das in großen Teilen brach liegende Ackerland zu bewirtschaften.

    Erst mit der Wende zum 19. Jahrhundert wuchs das ungarische Selbstbewusstsein in dem Maße, in dem sich Ungarn kulturell, gesellschaftlich und wirtschaftlich modernisierte. Die zentral von Wien gelenkte habsburgische Herrschaft honorierte das jedoch nicht im wachsenden Mitspracherecht nicht-österreichischer Völkerschaften. Der Funke, der im Revolutionsjahr 1848 zündete, explodierte am heftigsten in Ungarn. Der bis Ende 1849 währende Freiheitskampf, der zwischenzeitlich sogar in der Ausrufung der Republik mündete, wurde zwar durch das Eingreifen des russischen Zarenreiches unterdrückt. Tot zu kriegen war er aber nicht.

    Moderate Politiker wie Ferenc Deak warteten nur auf eine Schwäche ihres Gegners. Die kam, als Österreich 1866 den Krieg gegen Preußen verlor. Mit dem Ausgleich von 1867 wurde Ungarn gleichberechtigter Bestandteil der Habsburgermonarchie, die fortan populär "K&K" für "kaiserlich österreichisch und königlich ungarisch" bezeichnet wurde. Diese gleichberechtigte Verbindung mit Österreich wurde für Ungarn allerdings 1918 nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg verhängnisvoll, als Ungarn etwa zwei Drittel seines Staatsgebietes an seine Nachbarstaaten verlor.

    Das Bestreben, zumindest Teile dieser Gebiete zurück zu erlangen, führte zur Allianz mit Hitler und mit dem verlorenen Zweiten Weltkrieg 1944 zur fast vollständigen Zerstörung der ungarischen Infrastruktur und zur sowjetischen Besetzung.

    Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde am 1. Februar 1946 die Republik ausgerufen. Im Jahr darauf kam es zum 'Freundschaftsvertrag' mit der UDSSR, in dessen Folge Ungarn 1947 bis 1949 kommunistisch wurde. Der Volksaufstand gegen diese Zwangsherrschaft 1956 unter Ministerpräsident Imre Nagy schlug allerdings fehl. Die Sowjetunion schickte Panzer und der Westen, politisch geschwächt durch die Sinai-Krise, hatte nicht genug Mumm, den Russen entschieden gegenüber zu treten.

    János Kadar, anfangs willfähriger Handlanger der Sowjets, mauserte sich zu einem vorsichtigen Reformer. Ungarn war eigentlich immer der aufmüpfigste 'Partner' der Sowjets. Der langsame Machtverlust der Sowjetunion durch die Zeit der "Stagnation" unter Breschnjew führte 1989 zum Machtverlust ihrer ungarischen Verbündeten (Auflösung der Kommunistischen Einheitspartei) und zur Ausrufung der Republik.

    Die wirtschaftliche Liberalisierung begann jedoch schon 1982, 1989 wurde die Beschränkung für Reisen in den 'Westen' aufgehoben. Seitdem versucht Ungarn, wieder im Westen Fuß zu fassen. 1991 unterstützte die Weltbank den Übergang zur freien Marktwirtschaft in Ungarn mit einem umfangreichen Kredit. Auch die 1998 mit der Europäischen Union aufgenommenen Beitrittsverhandlungen und der Beitritt zur NATO 1999 tragen diesem Bemühen Rechnung.

    Eine besondere, schwer zu erklärende Bedeutung, hat für die Ungarn noch Heute ihre 'heilige Krone'.
    Bis ins Mittelalter in Visegrád - Plintenburg - gehütet, wurde sie der Überlieferung nach dem zum Weihnachtsfest des Jahres 1000 gekrönten heiligen Stefan I. zugeschrieben. Vermutlich entstand dieses Meisterwerk byzantinischer Goldschmiedekunst allerdings erst ein Jahrhundert nach seiner Herrschaft.
    Im Laufe der Jahrhunderte wurde Sie gestohlen, vergraben, Schlachten wurden geführt um ihren Besitz. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie von den Amerikanern 'gerettet', um im Jahre 1977 schließlich aus Fort Knox nach Ungarn zurückzukehren.
    Lange Zeit zusammen mit den anderen Krönungsinsignien im Ungarischen Nationalmuseum in Budapest ausgestellt, zog sie am Nationalfeiertag des Jahres 2000 um ins Parlamentsgebäude.

    ::: Zeittafel ·.°.·°.·

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    10-433 n.Chr.

    Die Römer gründen die Provinz 'Pannonien'. Donau (Donaulimes) ist die Grenze. Einführung des Weinbaus. Seit 303 Christentum.

    106

    Kaiser Trajan teilt die Provinz

    166-180

    Die Barbaren (Markomannen, Quaden, Sarmaten) fallen ein.

    433-454

    Die Hunnen unter König Attila beherrschen das Karpatenbecken

    454-568

    Zeit der Völkerwanderung: Germanen in 'Ungarn'

    568

    Die Awaren aus Innerasien erobern das Karpatenbecken

    791, 796

    Karl der Große unterwirft die Awaren

    895-896

    Magyarenstämme unter Fürst Arpad erobern das Karpatenbecken

    896

    "Landnahme" durch 7 aus dem Osten stammende Stämme der Magyaren

    898-968

    Raubzüge der Magyaren in ganz Europa. Die Karolingische Ostmark zerbricht

    955

    Verheerende Niederlage der Magyaren durch Otto I. (Lechfeld/Augsburg)

    972-1301

    Árpáden-Dynastie

    996

    Stephan (István, Sohn des Großfürsten Géza) heiratet Gisela von Bayern (Schwester von Heinrich II.). Heiligsprechnung Stephans im Jahr 1083

    1000

    Stephan wird König und errichtet einen christlichen Feudalstaat mit starker westlicher Bindung. Das Reich erstreckt sich von Transsylvanien (Siebenbürgen) bis zum Tatra-Massiv und an die Adria.

    1222

    Andreas II. (1175-1235) erlässt die Goldene Bulle (die 'ungarische Magna Charta') über aristokratische Vorrechte.

    1241/1242

    Einfall der Mongolen

    1301-1342

    Karl I. Robert von Anjou

    1342-1382

    Ludwig I. der Grosse von Anjou

    1368-1437

    Sigismund von Luxemburg (von 1410-1437 auch römisch-deutscher Kaiser) , Entwicklung eines Ständestaates

    1370

    Vereinigung der Königreiche Ungarns und Polens

    1397-1439

    Albrecht von Habsburg, Bedrohung durch osmanisch-türkisches Reich

    1458-1490

    Matthias Corvinus (Mátyás I.) besetzt wichtigste Ämter und Behörden mit Magyaren, die deutsche Bevölkerung (etwa 50 %) behält jedoch ihre eigenen Rechte; Kampf gegen die Osmanen; Eroberung Wiens

    1514

    Bauernkrieg

    1526

    Das Ungarische Heer wird in der Schlacht von Mohács von den Türken vernichtend geschlagen; Land wurde in drei Teile gespalten: Einen schmalen Streifen im Westen erhielten die Habsburger (das 'königliche Ungarn'), im Osten Fürstenstand Siebenbürgen, die Mitte wurde türkisch besetzt.

    1541-1686

    Unter der Herrschaft der Türken (145 Jahre) wird Buda westliche Grenzstadt des Osmanischen Reiches.

    1686

    Rückeroberung Budas und Pests durch kaiserliche Truppen unter Prinz Eugen von Savoyen; Habsburger Herrschaft über ganz Ungarn

    ab 1698

    Ansiedlung der Ungarndeutschen in der Zeit von Maria Theresia

    1703-1711

    Unabhängigkeitskampf gegen den Habsburger Machtanspruch in Siebenbürgen unter der Führung des Fürsten Ferenc II. Rákoczi scheitert. Annahme der Pragmatischen Sanktion durch die Stände Ungarns (Unteilbarkeit des Habsburger Reiches, Anerkennung weiblicher Thronfolge)

    1836

    Ungarisch wird Staatssprache

    1848-1916

    König (Kaiser) Franz-Josef I.

    15. März 1848/49

    Der nationale Unabhängigkeitskampf (Lajos Kossuth) führt zur Revolution (Proklamation der Unabhängigkeit am 14. April 1849)

    August 1849

    Niederschlagung des Freiheitskampfes mit Hilfe russischer Truppen.

    1867

    Pest wird Sitz des Reichstages sowie Sitz aller ung. Ämter der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Krönung Kaiser Franz Josefs I. zum König von Ungarn

    1916

    Kaiser Karl IV. von Habsburg wird zum letzten ungarischen König gekrönt.

    Oktober 1918

    Bürgerlich-demokratische Revolution, Proklamation der Republik

    1919

    März: Räterepublik für 133 Tage

    20. Juni 1920

    Vertrag von Trianon: Ungarn verliert 2/3 seines Staatsgebietes und 1/3 seiner Bürger, 3 Millionen Ungarn verbleiben außerhalb der Landesgrenzen.

    1919-1944

    Ära des Reichsverwesers Miklós Horthy. Er bemüht sich von Anfang an um Revision der Grenzen und richtet einen parlamentarisch-bürgerlichen Staat mit diktatorischen Elementen ein.

    1938

    Erster Wiener Schiedsspruch: Rückgabe des von Ungarn bewohnten Gebietes der Slowakei

    1940

    Zweiter Wiener Schiedsspruch: Teil Siebenbürgens zurück an Ungarn

    23. Juni 1941

    Ungarn gestattet im Zweiten Weltkrieg den Durchzug deutscher Truppen nach Jugoslawien. Selbstmord von Ministerpräsident Graf Teleki.

    Juni 1941

    Ungarn erklärt der Sowjetunion den Krieg; nach der Vernichtung der 2. ungarischen Armee "Schaukelpolitik"

    19. März 1944

    Besetzung Budapests durch deutsche Truppen nach 6-wöchiger Belagerung. Beginn der Judenverfolgung unter Anleitung Eichmanns.

    28. Dezember 1944

    Kriegserklärung der provisorischen Regierung an Deutschland

    04.04.1945

    Eroberung Ungarns durch die Rote Armee

    20. August 1949

    (St. Stephans-Tag): Verkündung der Verfassung der Ungarischen Volksrepublik

    23. Oktober 1956

    Beginn des Ungarn-Aufstandes, der am 04. November 1956 mit der blutigen Niederschlagung durch sowjetische Truppen endet.

    1958

    Hinrichtung von Imre Nagy, Ministerpräsident während des Ungarn-Aufstandes

    1957-1989

    Sozialistische Volksrepublik mit Einparteiensystem

    23. Oktober 1989

    Ausrufung der Republik - Ende der Volksrepublik Ungarn

    11. September 1989

    Ungarn öffnet seine Grenze für Deutsche aus der DDR

    1990

    Erste freie Wahlen: Sieg des konservativen "Ungarisches Demokratisches Forum" unter Ministerpräsident Antall. Ungarn tritt dem Europarat bei (06. November 1990)

    1991

    Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt. Bildung der Visegrád-Gruppe (zusammen mit Polen und der damaligen CSFR)

    19. Juni 1991

    Abzug der Roten Armee aus Ungarn

    01. Juli 1991

    Auflösung des Warschauer Paktes

    16. Dezember 1991

    Unterzeichnung des Assoziierungsvertrages mit der EG (in Kraft seit 01. Februar 1994)

    Dezember 1991

    Aufnahme in Nordatlantischen Kooperationsrat der NATO

    1994

    Zweite freie Wahlen: Sieg der Ungarischen Sozialistischen Partei unter Ministerpräsident Gyula Horn, Koalitionsbildung mit dem Bund der Freien Demokraten. Ungarn stellt am 01. April 1994 Beitrittsantrag zur EU

    19. Juni 1995

    Staatspräsident Göncz wird zum zweiten Mal ins Amt gewählt.

    13. Dezember 1997

    Einladung Ungarns zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union anlässlich des Europäischen Rates in Luxemburg

    16. Dezember 1997

    Unterzeichnung des Beitrittsprotokolls zur NATO

    März 1998

    Beginn der ersten (Screening-)Phase der Beitrittsverhandlungen mit der EU

    10./24. Mai 98

    Parlamentswahlen: Wahlsieg von FIDESZ-MPP, die unter Ministerpräsident Viktor Orbán eine Koalition mit der FKgP und dem MDF eingeht

    10. November 1998

    Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der EU

    12. März 1999

    NATO-Beitritt Ungarns

    06. Juni 2000

    Ferenc Mádl wird zum neuen Staatspräsidenten gewählt

    Fortsetzung folgt ... ;-)

    ::: Wiederholung der Geschichtsstunde? ·.°.·°.·