| Ihr Ferienhaus in Ungarn, am Plattensee/Balaton |
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Ferienhäuser in Ungarn |
::: Die Ungarn ·.°.·°.· ... sehen natürlich nicht alle so aus, obwohl die gute alle 'Piroschka' schon noch
in vielen Köpfen herumspukt. Besuche bei Freunden, Verwandten oder Nachbarn sind auch ohne Voranmeldung möglich. Das ist auch gut so, denn es gilt noch häufig das Sprichwort "Pünktlichkeit ist eine Zier, doch leichter lebt sichs' ohne ihr ..." (das gilt übrigens auch für bestellte Handwerker, 'halt ganz so wie daheim ...). Man ist auf jeden Fall immer willkommen, und irgendwie schaffen es die Besuchten auch immer, irgendeine Köstlichkeit auf den Tisch zu zaubern. Übrigens scheinen fast alle Ungarn miteinander verwandt zu sein, zumindest kennen sich alle. Das ist um so sicherer, je weiter sie von ihrer geliebten Heimaterde entfernt sind. Zwei Ungarn, die sich im Ausland treffen, können sich der uneingeschränkten Hilfe des anderen sofort sicher sein (das wird unter Ungarn auch als selbstverständlich angenommen), auch wenn sie sich vorher noch nie im Leben gesehen haben.
::: Das Land ·.°.·°.·
»Borstenvieh, Schweinespeck und Tokajer-Wein« inspirierten nicht erst im 20. Jh. zu Operettenversen und manchen kitschigen Klischees. Von Ungarns fabelhafter Fruchtbarkeit schwärmten schon griechische Berichte, den Römern lieferte das Land Getreide, Schlachtvieh und Streitrosse, im Mittelalter bestellte der französische Hof seltene Obstbäume im »Garten der Welt« und führten regelrechte »Ochsenstraßen« zum Auftrieb lebender Masttiere nach Wien, Deutschland und Venedig. Seit dem Sonnenkönig Ludwig XIV. galt der Tokajer als »König der Weine und Wein der Könige« - und auch für ihren »Gulasch-Kommunismus« brauchten die Ungarn viel Schweinespeck, Paprika und Tokajer! »Denke Dir festen Rasengrund, ... auf dem man bis an den Horizont meilenweit nichts sieht, als die hohen, kahlen Bäume der für die halbwilden Pferde und Ochsen gegrabenen Ziehbrunnen, tausende von weissgrauen Ochsen mit armlangen Hörnern, ... gehütet von berittenen, halbnackten Hirten mit lanzenartigen Stöcken.« (Otto von Bismarck) Es gilt, lebendige Folkore zu entdecken - Museumsdörfer und die malenden Frauen von Kalocsa, Zigeunermusik und Puszta-Romantik, das Geheimnis der déli-bab in der hitzeflimmernden Steppe; urtümliche Wälder, unterirdische Thermalmeere und bizarre Tropfsteinhöhlen, weltberühmte Weinanbaugebiete und Badefreuden am Plattensee. Und Budapest, Ungarns schöne Hauptstadt an der Donau, wo türkische Bäder und berühmte Caféhäuser Entspannung versprechen ... Ungarn ist Alles und alles ist Ungarn. Fragen Sie 'mal einen Ungarn, welche großen, schönen und wichtigen Dinge auf der Welt nicht von ungarischem Boden (bzw. von im Ausland lebenden Ungarn) ausgingen. Es wird ein sehr kurzer Vortrag werden! Die Republik UNGARN liegt im mitteleuropäischen Karpatenbecken. Auf eine Fläche von 93.030 Km² (Nord -> Süd: 268 Km, Ost -> West: 526 Km) leben ca. 10.043.000 Menschen (=> 108 pro Km²). Die Hauptstadt BUDAPEST beherbergt auf einer Fläche von 525 Km² ca. 1.863.000 Einwohner. Ihre Uhr müssen sie nicht umstellen, wenn sie nach Ungarn kommen (höchstens ihre innere. Die sollte vielleicht 'mal einen etwas gemähchlichern Gang einlegen. Und auch 'mal 5 gerade sein lassen. Was glauben sie, wie entspannend das ist ...). Sommerzeit (+ 1 Stunde) wie bei uns. Die öffentliche Verwaltung gliedert das Land in 19 Bezirke und 23 Städte mit Komitatsstatus. Obwohl es oft vermutet wird, besteht nicht ganz Ungarn aus 'Puszta'. Es lassen sich durchaus geographische Regionen unterscheiden. Die GROSSE UNGARISCHE TIEFEBENE nimmt die gesamte östliche Hälfte des Landes ein. Entlang der nordwestlichen Grenze erstreckt sich die KLEINE UNGARISCHE TIEFEBENE. Die zwei wichtigsten Flüsse, die Donau (417 Km in Ungarn) und die Theiß (598 Km) fließen von Nord nach Süd. Dazwischen liegt Flachland, westlich der Donau (Region Transdanubien) erstreckt sich Hügelland (die Transdanubische Bergkette, 400 bis 700 Meter 'hoch'), dazwischen liegt der Balaton. Dieses Hügelland umfasst die Keszthelyer Hügel, das Bakony, Vértes, Gerecse, Pilis und Visegráder Gebirge. Das östlich der Donau liegende Nordgebirge erreicht Höhen zwischen 500 - 1000 Metern und umfasst das Börsöny, Cserhát, Mátra, Bükk, Zemplén und Cserehát Gebirge. Der höchste Berg Ungarns, der Kékes (1014 M.) liegt im Mátra-Gebirge. Der Plattensee (ungarisch "Balaton") , ist der größte und wärmste Binnensee West- und Mitteleuropas. Mit seinem gemäßigtem Klima, dem sich schnell erwärmenden weichen, alkalischen Wasser verspricht er an ca. 200 km Uferlänge von Mai bis September Badefreuden für groß und klein. Er ist ein Eldorado für Ruderer, Surfer, Segler und Angler. Das etwas bergige Nordufer ist mit seinem teilweise steinigen, steil abfallenden Strand ideal für aktive Wassersportler. Allerdings findet man auch hier schöne flache Badestrände. Das flache, sehr feinsandige Südufer ist dagegen mehr familien- und kinderfreundlich. Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt im Sommer angenehme 24° C. Die Lufttemperatur liegt an 70 Sonnentagen oft weit über 25° C. Die herbstliche Schönwetterperiode von Mitte September bis in den Oktober verspricht mit Wassertemperaturen um 20° C noch nachsaisonale Badefreuden. Durch den Fischreichtum des Sees kommen vor allem im Frühling und Herbst die Angler auf ihre Kosten. Rings um den See findet man ausgedehnte Wein- und Obstgärten, zur Zeit der Blüte ein Augenschmaus, zur Erntezeit ein Gaumenschmaus. Wanderfreunde finden am bergigen Nordufer, Radwanderer im flachen Hinterland des Südufers ein Paradies. Die 'Puszta' beschreibt die große Tiefebene (ungarisch Alföld) und ist ein beliebtes Touristenziel. Der Hortobágyer Nationalpark versucht, den Besuchern die heimischen Tiere (z.B. das ungarische Graurind) und ethnographischen Traditionen nahezubringen, der Kiskunságer Nationalpark (Bugac, Apaypuszta, Lajosmizse) ist bekannt für seine Pferde und Reitervorführungen. Die Touristen werden zu diesem Zweck auf Pferdewagen für ca. zwei Stunden durch die Nationalparks gefahren. Wenn dann die Pusztaromantik durch das Klingeln des Handys (!) einer mitfahrenden Rentnerin (!) gestört wird möchte man sich schon beim Kutscher erkundigen, ob nicht noch ein paar Wölfe, Bären oder ähnliches fleischfressende Getier in der Weite der Puszta zu finden sind, um ihrer traditionellen Aufgabe nachzukommen ... .
Mit einer Länge von 75 km und einer Breite von 5-12,5 km sowie einer Wasseroberfläche von ca. 600 km2 zählt der Plattensee zu den größten Seen Mittel- und Westeuropas. Die schmalste Stelle findet sich mit 1,5 km bei Tihany. Etwa 3 m beträgt die durchschnittliche Wassertiefe, allerdings sind vor Tihany auch Tiefen bis zu 11 m gemessen worden. Das flache Gewässer erwärmt sich in den Sommermonaten sehr rasch und lockt sechs Monate im Jahr viele Badelustige an. Mit seinem Nordufer schmiegt sich der See an die Ausläufer des Bakony-Gebirges. Verschlungene Pfade führen durch Weinfelder hindurch immer wieder den Berg hinauf und bieten einen wunderschönen Blick auf den See. Das flachere Südufer steigt dagegen nur sanft in einer Hügellandschaft an. Hier reihen sich die Hotels, Campingplätze und Wochenendhäuser wie zu einem langgestreckten großen Badeort aneinander. Schönster Abschnitt des Sees, die sogenannte Balatoner Riviera, ist das Nordufer von Balatonalmádi bis Badacsonyörs. Im Frühjahr, wenn die Mandel- und Obstbäume blühen, mutet die Gegend wie eine mediterrane Märchenlandschaft an. Hier reifen auch die Trauben für die feurigen Weine. Für den Schriftsteller Tamás Bárány aber ist der Balaton vor allem »die große Liebe der Einheimischen - einem Volk, das kein Meer besitzt«. An Samstagen in den Sommermonaten ist der Budapester Südbahnhof, von wo aus die Züge zum Balaton in dichter Folge abfahren, wie die Station einer Stadt, die zur Evakuierung verurteilt wurde. Und sonntags hat man am See das Gefühl, daß Budapest menschenleer sein muß, denn am Strand, in den Uferalleen und in den Abendrestaurants trifft man unzählige Gesichter aus der Hauptstadt. »Am Ufer des Balaton zu sitzen, das Wasser anzustarren und auf der gegenüberliegenden Seite kein Land zu sehen - das bedeutet für uns Ungarn die Begegnung mit dem Unendlichen.« Das Südufer hingegen, das viele hundert Meter flach in den See führt, ist mehr familien- und kinderfreundlich. Es ist sehr feinsandig und erwärmt sich aufgrund des flachen Wasser in kurzer Zeit, im August nicht selten bis an die 30 Grad. Der herrliche Blick auf das Panorama des Nordufers sowie das flache Hinterland machen die Südseite zu der bevorzugten Region für Radwanderer (Balatonrundweg). Im Gebiet um den 'kleinen Plattensee' (Naturschutzgebiet Kisbalaton) kommen auch Wanderfreunde auf ihre Kosten. Im Vergleich zu vielen europäischen Seen ist das Wasser des Plattensees sehr rein, deshalb gilt es als oberstes Gebot, dieses Gewässer vor den zahlreichen Gefahren der modernen Zivilisation zu bewahren. Wegen der strengen Wasserschutzvorschriften wurden z. B. Motorboote in andere Regionen verbannt. Um so wohler fühlen sich die Segler, Surfer und Badefreunde. In den Sommermonaten nimmt mit der stattlichen Armada von Segel-, Paddel-, Ruder- und Tretbooten und den stolzen Vergnügungsdampfern der ungarischen Flotte, die einen ausgeklügelten Fahrplan von Tagesausflügen, Seerundfahrten und Mondscheintouren offerieren, das Vergnügen seinen täglichen Lauf. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass für Segler und Surfer die Sommerferien nicht unbedingt die spannenste Zeit am Balaton versprechen. Wer sich erst ab 5 Knoten Fahrt richtig wohlfühlt, der sollte über die Zeit um Pfingsten in seiner Urlaubsplanung berücksichtigen Angler kommen normalerweise zu jeder Jahreszeit auf ihre Kosten. Sein Fischreichtum macht den Balaton zu einem Paradies für die Petrijünger.
::: Die Küche ·.°.·°.·
::: Guten Appetit! – Jo étvágyat! ·.°.·°.·
Das älteste Relikt der ungarischen Küche ist der „bogrács“ (= Kessel / an einem Griff übers offene Feuer gehängt), gefüllt mit Gulasch oder Fischsuppe. Dieser Kessel war früher das tragbare Kochgeschirr des wandernden Reitervolkes. Bis zur Landnahme aßen die Ungarn kein Schweinefleisch, sondern vorwiegend ihr graues Rind mit den riesigen, gegabelten Höernern, dessen Nachkommen auch heute noch in der Hortobágyer Puszta leben und mit ihnen aus dem Osten 'einwanderte', ebenso wie das Schaf. Während der Türkenherrschaft übernahm die ungarische Küche von den Tuerken eine Reihe von Gerichten, wie z.B. gefüllte Paprika und Weinblätter. Die ungarische Küche zählt nicht zu den besten der Welt, aber wir können sie ruhig als die beste zweitklassige Nationalküche einstufen - das heißt sie kommt direkt nach der französischen und norditalienischen Küche. Noch im vorigen Jahrhundert kannte man außerhalb Ungarns bis in die Vereinigten Staaten nur ein ungarisches Hauptgericht: der gulyás (Gulasch). Seither sind unter diesem Namen viele Sünden begangen worden - von der Schreibweise bis zur Zubereitung. Gulyás war ursprünglich eher eine mit ein paar Lammfleischstücken zubereitete Suppe als ein Eintopf, gewürzt mit Paprika. Entgegen der gängigen Meinung, es handele sich um ein ungarisches Nationalgericht, war der gulyás lediglich eine bescheidene Hirtenspeise in der Puszta - in den ungarischen bürgerlichen Haushalten nahezu unbekannt. Ungeachtet dessen ist der Gulasch als Gericht erhalten geblieben und gehört, zubereitet in einem bogrács, ein Kessel, der an einem Griff übers offene Feuer gehängt wird, zum unwiderstehlichen Pusztazauber. Das uns bekannte Gulaschgericht entspricht eher dem ungarischen pörkölt. Spricht man über ungarische Küche, fallen sofort die Worte „Paprika und Gulasch“, die so untrennbar mit diesem Land verbunden sind wie Spaghetti mit Italien. Doch fand der feuerrote Paprika als Gewürz, gemahlen oder in Schotenform, erst seit dem 18. Jh. allmähliche Verbreitung in der ungarischen Küche. Nachweislich kam der (türkische Pfeffer ) bereits im 16. Jh. mit den Türken ins Land, diente zunächst als Arznei und entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einem charakteristischen Bestandteil der Nationalküche - allerdings nicht immer feurig und scharf. Für Qualität und Schärfe des pulverisierten Paprika (Gewürzpaprika) sind die Auswahl der Sorten und die anteilige Zusammensetzung des verwendeten Fruchtfleisches, der Scheidewände und der Samenkörner entscheidend. Entsprechend groß ist die Palette milder Paprika (különleges), Delikatesspaprika (csemege), Rosenpaprika (rozsa). Edelsüßpaprika (édes-nemes) und scharfer Paprika (csipös). In der Regel wird in Ungarn weit weniger scharf gekocht als geredet, und es bleibt dem Gast überlassen, den Schärfegrad der Speisen durch Nachwürzen selbst zu bestimmen. Ein weiterer weit verbreiteter Irrtum betrifft das ungarische Gulasch (gulyás), das schon lange ein fester Bestandteil internationaler Speisekarten ist. Denn die Ungarn verstehen unter "Gulasch" ein im Kessel – traditionell über offenem Feuer- gegarte deftige Fleischsuppe, wie sie die Rinderhirten (gulyás) einst aßen und auch teilweise noch heute zubereiten. Die ursprünglichen Zutaten, Fleisch, Kartoffeln und Zwiebeln, werden heute durch Paprika, Gemüse, Kümmel, und Knoblauch ergänzt; das Gericht bleibt aber immer noch eine Suppe. Das, was im Ausland die Bezeichnung "Gulasch" trägt, ist in Ungarn ein Ragout aus Fleisch, Fisch oder Pilzen und verbirgt sich hinter dem Namen pörkölt. Wird dieses Gericht mit Sauerrahm (tejföl) verfeinert, heißt es paprikás; ersetzt schwarzer Pfeffer den Paprika spricht man von tokány. Die Küche der Ungarn ist, im Gegensatz zu ihrer Sprache, nicht unverfälscht geblieben; italienische Einflüsse verdankt Ungarn Königin Beatrix von Neapel, der Gattin von Matthias I. Corvinus. Eineinhalb Jahrhunderte Türkenherrschaft hinterließen später nicht zu übersehenden kulinarische Spuren wie den Paprika. Über den Wiener Hof kam nach dem Abzug der Muslime im 16. Jh. auch die französische Kochkunst ins Karpatenbecken. An die Zeit des einstigen Nomadenlebens erinnern auf dem heutigen Speisezettel nur noch das Kesselgulasch (bográcsgulyás) und die leicht zu konservierende Beilage tarhonya (Eiergraupen). Bedingt durch politische Verflechtungen, Klima und Bodenverhältnisse, haben sich in einigen Gebieten regelrechte Regionalküchen entwickelt. Der Plattensee (Balaton) bietet nicht nur ausgezeichnete Bademöglichkeiten, sondern spendet auch einen außerordentlichen Reichtum an Süßwasserfischen, darunter Zander (fogas, als kleines Exemplar süll.), Karpfen (ponty), Wels (harcsa), Stör (kecsege), und Hecht (csuka). Doch die Küche der Balaton-Region ist nicht nur berühmt für ihre köstlichen Fische. Die waldreichen Bakony-Berge bereichern die Speisekarte um Zahlreiche Wild- und Pilzgerichte. Um den Fisch dreht es sich auch in dem an der Tisza (Theiß) gelegenen Szeged. Die mit einer Bouillabaisse vergleichbare Szegediner Fischsuppe (szegedi halászlé) würzt man traditionell mit reichlich Paprika von der schärferen Sorte. Kein Wunder, denn Szeged ist neben Kalocsa Ungarns bedeutendstes Zentrum für Paprikaanbau. Die Kochkunst der im Osten der Ungarischen Tiefebene gelegenen Stadt Debrecen ist bis heute eng mit der des benachbarten Siebenbürgen verbunden. Die häufige Verwendung aromatischer Kräuter wie Dill, Majoran, Estragon, Rosmarin und Thymian geben den Speisen eine milde, aber feine Geschmacksnote. Eine in ganz Ungarn beliebte Spezialität ist „Debrecener gefülltes Kraut“ (Debreceni töltött káposzta), bei dem die bekannten würzigen Debrecener Würstchen nicht fehlen dürfen. Nach der nahen Hortobágy-Puszta sind die mit einer herzhaften Fleischfarce gefüllten, an Crepes erinnernden Palatschinken (Hortobágyihusos palacsinta) benannt. In ihrer süßen Form wurden Palatschinken (palacsinta) bereits im alten Habsburgerreich so begeistert aufgenommen, so dass man sie noch heute auf einer Wiener Speisekarte ebenso findet wie auf einer Prager. Als kleine Zwischenmahlzeit sind Lángos, in fett ausgebackener Hefeteig, eine köstliche Alternative zu den sich im Land immer stärker ausbreitenden Fast-Food-Ketten. Die einfachste Variante ist nur mit Knoblauch bestrichen, aber man kann auch Sauerrahm, Käse oder „Magyaros“ wählen. Die ungarische Art bezeichnet eine im weitesten Sinne mit einem Ratatouille vergleichbare Gemüseauflage (lecso), die überwiegend aus Zwiebeln, Tomaten und Paprika zubereitet wird. Lecso (Letscho) dient auch als Basis für allerlei Gerichte. Traditionell werden die meisten Speisen mit Schmalz und Speck gekocht. Das allein deutet schon daraufhin, dass in der ungarischen Küche nicht gerade Schmalhans Küchenmeister ist. Auch die ohne Zweifel zu den feinsten Leckerbissen gehörende Gänseleber (libamáj) ist in allen Varianten, als Pastete, als Füllung, paniert oder gebraten, köstlich, aber leider auch kalorienreich. Gemüse und frische Salate gibt es eher in geringer Zahl, dafür aber besonders schmackhafte Saisonfrüchte wie Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Himbeeren und Melonen. Ungarn ist ein Weinland. Neben einigen hervorragenden Mineralwässern und dem eher nach tschechischer Brauart hergestellten Bier (das mir als Bayer, genauer Franke, so gut schmeckt, dass ich in Ungarn sowohl das österreichische Gebräu als auch den bayerischen Import stehen lasse) ist Wein das Traditionsgetränk. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, die man allerdings besser in den kleinen privaten Weinkellern verkostet und nicht im Supermarkt kauft. Weine wie die von Tokaj und Eger (Erlauer Stierblut, Egri bikavér) sind weltbekannt; andere, weniger bekannte warten auf ihre Entdeckung, so z. B. die feurigen Rotweine von Villány und Szekszárd oder die harmonischen Weißweine vom Badacsony. Auch winzige Weinbaugebiete wie der Hügel von Somlo mit seinem Lämmerschwanz (juhfark) sind einen Ausflug Wert. Lassen Sie sich inspirieren durch die einladenden Sätze des ungarischen Meisterkochs Károly Gundel (1883-1956): "Kommen Sie nach Ungarn, so oft wie möglich, und beurteilen Sie die ungarische Küche hier an der Quelle, in ihrer Heimat. Wir heißen Sie herzlich willkommen! Kommen Sie, und kosten Sie auch die ungarischen Weine aus Badacsony, Eger und Tokaj. Versuchen Sie, die ungarische Zigeunermusik, die tausendjährige Vergangenheit Ungarns, die Erfolge und Probleme des Landes von heute zu verstehen." Vorstellungen über ausländische Küchen sind oft einseitig und von Vorurteilen geprägt. So hat auch die ungarische Küche viel mehr zu bieten als die weithin bekannte Gulaschsuppe. Längst nicht alles, was allerdings hierzulande mit der Bezeichnung „ungarisch“ auf den Tisch kommt, ist auch wirklich landestypisch und original. Ungarn ist für die hohe Qualität seiner landwirtschaftlichen Produkte berühmt. Früher war es der Brotkorb, Obstgarten und Fleischlieferant für die stark industrialisierten Regionen der österreichisch-ungarischen Monarchie. Die ungarische Küche umfaßt eine Vielzahl schmackhafter Gerichte, gerade die typischen Speisen sind jedoch oft schwer und sehr sättigend. Im Vergleich zu den anderen Donauländern wird in Ungarn besonders würzig gekocht. Die meisten Gerichte basieren auf den Grundzutaten Schmalz, Speck, Zwiebeln, saurer Sahne und natürlich Paprika. Der Gemüsepaprika wird roh oder gekocht gegessen, der Gewürzpaprika getrocknet und gemahlen. Neben dem edelsüßen Gewürzpaprika gibt es auch scharfe Sorten, die die ungarischen Gerichte gut abrunden. Obwohl das Land keinen Zugang zum Meer hat, wird in Ungarn sehr viel Fisch gegessen. Es gibt hier ein großes Angebot an Süßwasserfischen, vor allem aus der Donau, der Theiß und dem Plattensee - und dementsprechend auch eine Vielzahl an köstlichen Fischrezepten. Einen weiteren Schwerpunkt auf den ungarischen Speisekarten bilden die Mehlspeisen, die sowohl in süßen wie in salzigen Varianten verzehrt werden. In armen, bäuerlichen Gegenden dienten die gehaltvollen Mehlspeisen seit jeher als preiswerte Sattmacher. Zum pikanten Essen trinken die Ungarn am liebsten Wein. Es gibt mehrere Anbaugebiete für leichte oder auch schwere Weiß- und Rotweine. Obwohl die meisten Sorten trocken sind, haben ungarische Weine im Ausland den Ruf, besonders süß zu sein. Das liegt vermutlich am Tokajer, einem Süßwein, der über die Grenzen hinweg wohl der bekannteste ungarische Wein ist. Ein paar Rezepte
::: Ein bisschen Geschichte ·.°.·°.·
Das Volk der Ungarn erscheint um 896 als letztes Volk auf der europäischen Bühne, wenn Sie die Türken am äußersten südöstlichsten Zipfel Europas nicht mitzählen. Der Ursprung des ungarischen Volkes liegt in Siedlungsgebieten beiderseits des Urals. Nach einer Jahrhunderte währenden Wanderung ließen sie sich in der pannonischen Tiefebene nieder, die vorher nacheinander von Kelten, Römern und Slawen besiedelt wurde. Nach der Christianisierung und Ernennung zum Königtum um das Jahr 1000 (Stephan I.) bildete Ungarn lange eine wohlhabende regionale Großmacht am äußersten östlichen Rand der katholischen Welt zur Orthodoxie, die mit der Slowakei, Kroatien und Siebenbürgen auch Gebiete umfasste, die heute nicht mehr zu Ungarn gehören. Den Árpáden folgten als Herrscher die Häuser Anjou, Polen, Luxemburg und Habsburg. Gefährlich wurde für Ungarn der Vormarsch der Türken auf dem Balkan, weil Nachbarstaaten im Westen wie Österreich selbst ihr Interessen an ungarischem Gebiet anmeldeten und sich Ungarn durch soziale Unruhen selbst schwächte. Die Folge war eine schwere ungarische Niederlage bei Mohacs 1526, in der der letzte ungarische König Lajos II. fiel und das ungarische Kerngebiet an die Türken fiel. Ein schmaler Streifen im Nordwesten fiel durch Erbfolge an Österreich, das in den Jahren 1686 bis 1688 zwar Ungarn von den Türken befreite, aber Ungarn nicht die lang erhoffte staatliche Unabhängigkeit gewährten. Die türkische Herrschaft, die sich nach ungarischen Quellen wie "Mehltau über das geistige Leben in Ungarn legte", war zwar vorbei, Ungarn sank aber nach einigen erfolglosen Aufständen wie dem von Ferenc Rakoczi 1703 bis 1711 zu einer fast bedeutungslosen habsburgischen Provinz herab. Unter Marie Theresia wurden deutsche Siedler (die Sog. 'Donauschwaben') ins Land geholt, um das in großen Teilen brach liegende Ackerland zu bewirtschaften. Erst mit der Wende zum 19. Jahrhundert wuchs das ungarische Selbstbewusstsein in dem Maße, in dem sich Ungarn kulturell, gesellschaftlich und wirtschaftlich modernisierte. Die zentral von Wien gelenkte habsburgische Herrschaft honorierte das jedoch nicht im wachsenden Mitspracherecht nicht-österreichischer Völkerschaften. Der Funke, der im Revolutionsjahr 1848 zündete, explodierte am heftigsten in Ungarn. Der bis Ende 1849 währende Freiheitskampf, der zwischenzeitlich sogar in der Ausrufung der Republik mündete, wurde zwar durch das Eingreifen des russischen Zarenreiches unterdrückt. Tot zu kriegen war er aber nicht. Moderate Politiker wie Ferenc Deak warteten nur auf eine Schwäche ihres Gegners. Die kam, als Österreich 1866 den Krieg gegen Preußen verlor. Mit dem Ausgleich von 1867 wurde Ungarn gleichberechtigter Bestandteil der Habsburgermonarchie, die fortan populär "K&K" für "kaiserlich österreichisch und königlich ungarisch" bezeichnet wurde. Diese gleichberechtigte Verbindung mit Österreich wurde für Ungarn allerdings 1918 nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg verhängnisvoll, als Ungarn etwa zwei Drittel seines Staatsgebietes an seine Nachbarstaaten verlor. Das Bestreben, zumindest Teile dieser Gebiete zurück zu erlangen, führte zur Allianz mit Hitler und mit dem verlorenen Zweiten Weltkrieg 1944 zur fast vollständigen Zerstörung der ungarischen Infrastruktur und zur sowjetischen Besetzung. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde am 1. Februar 1946 die Republik ausgerufen. Im Jahr darauf kam es zum 'Freundschaftsvertrag' mit der UDSSR, in dessen Folge Ungarn 1947 bis 1949 kommunistisch wurde. Der Volksaufstand gegen diese Zwangsherrschaft 1956 unter Ministerpräsident Imre Nagy schlug allerdings fehl. Die Sowjetunion schickte Panzer und der Westen, politisch geschwächt durch die Sinai-Krise, hatte nicht genug Mumm, den Russen entschieden gegenüber zu treten. János Kadar, anfangs willfähriger Handlanger der Sowjets, mauserte sich zu einem vorsichtigen Reformer. Ungarn war eigentlich immer der aufmüpfigste 'Partner' der Sowjets. Der langsame Machtverlust der Sowjetunion durch die Zeit der "Stagnation" unter Breschnjew führte 1989 zum Machtverlust ihrer ungarischen Verbündeten (Auflösung der Kommunistischen Einheitspartei) und zur Ausrufung der Republik. Die wirtschaftliche Liberalisierung begann jedoch schon 1982, 1989 wurde die Beschränkung für Reisen in den 'Westen' aufgehoben. Seitdem versucht Ungarn, wieder im Westen Fuß zu fassen. 1991 unterstützte die Weltbank den Übergang zur freien Marktwirtschaft in Ungarn mit einem umfangreichen Kredit. Auch die 1998 mit der Europäischen Union aufgenommenen Beitrittsverhandlungen und der Beitritt zur NATO 1999 tragen diesem Bemühen Rechnung. Eine besondere, schwer zu erklärende Bedeutung, hat für die Ungarn noch Heute ihre 'heilige Krone'. Bis ins Mittelalter in Visegrád - Plintenburg - gehütet, wurde sie der Überlieferung nach dem zum Weihnachtsfest des Jahres 1000 gekrönten heiligen Stefan I. zugeschrieben. Vermutlich entstand dieses Meisterwerk byzantinischer Goldschmiedekunst allerdings erst ein Jahrhundert nach seiner Herrschaft. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Sie gestohlen, vergraben, Schlachten wurden geführt um ihren Besitz. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie von den Amerikanern 'gerettet', um im Jahre 1977 schließlich aus Fort Knox nach Ungarn zurückzukehren. Lange Zeit zusammen mit den anderen Krönungsinsignien im Ungarischen Nationalmuseum in Budapest ausgestellt, zog sie am Nationalfeiertag des Jahres 2000 um ins Parlamentsgebäude.
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